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Roadtrip und Wandern im Südwesten der USA – Die Route

Ganze vier Wochen Zeit hatte ich für meine Erkundung von Arizona & Utah. Es war meine erste Reise alleine und die erste Reise, in der ich Roadtrip und Wanderurlaub auf diese Art kombiniert habe. Rückblickend war sowohl das eine wie das andere super und ich würde nur ein paar wenige Dinge anders machen.

Ich habe alle Wanderungen so ausgewählt, dass ich sie sicher auch allein und ohne jegliche Wüstenerfahrung machen konnte. Da ich so viel zu Fuß unterwegs war, habe ich mich verhältnismäßig lang in einzelnen Regionen aufgehalten und musste so manchen interessanten Ort vom Reiseplan streichen. Ich finde es aber eh besser, eine Gegend gründlich zu erkunden als möglichst viel abzuhaken – da habe ich nämlich dann immer das Gefühl, nichts wirklich gesehen zu haben.

Die Route

Da es im Südwesten der USA so gut wie keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt war schnell klar, dass ich mir ein Auto mieten muss (Anmerkung: zu einigen großen Nationalparks gibt es tatsächlich Shuttles und ein Teil meiner Route wäre auch mit Öffis machbar gewesen. Mehr dazu findet ihr am Ende des Artikels). Das Auto ermöglichte mir allerdings auch eine viel freiere Routenplanung und einige wunderschöne Wanderungen abseits der Massen.

Eine Schwierigkeit gab es allerdings noch: Das Land ist weit, die Strecken lang und ich ganz allein. Und meine Augen fallen nach ein paar Stunden Fahrt von ganz allein zu, da kann ich gar nichts machen. Ich habe also alles so geplant, dass ich allerhöchstens 4h Fahrt an einem Tag habe. Gar nicht so leicht in den USA, wenn man viele verschiedene Sachen sehen will… 😉

Hier seht ihr meine Route mit allen Wander- & Trekkingorten:

Orange: Meine Route. 1: Hermit Trail, 3 Tage Trekking Grand Canyon NP; 2: 2 Tage Trekking Buckskin Gulch; 3: Zebra Slot Canyon, Peek-a-boo Canyon, Spooky Gulch, Coyote Gulch; 4: Queens Garden Trail, Navajo Loop Trail, Fairyland Trail; 5: Snow Canyon State Park, Dixie Rock; 6: Observation Point, Hidden Canyon Trail, The Narrows, 5 Tage Trekking Zion NP

Mein Reise- & Aktionsplan sah wie folgt aus
(mit Links zu den jeweiligen Blogeinträgen):

Tag 1-2: KingmanJetlag auskurieren, einkaufen (1:40h Fahrt)
Tag 3-4: Grand Canyon North Rim  Tageswanderung (3:15h Fahrt)
Tag 5-7: Grand Canyon Trekking
Tag 8: Fahrt Monument Valley mit Zwischenstopp am Coalmine Canyon (3:10h Fahrt)
Tag 9: Monument Valley, Fahrt Wire Pass Trailhead mit Zwischenstopp Horseshoe Bend (3:30h Fahrt)
Tag 10-11: Buckskin Gulch Trekking
Tag 12: Fahrt Escalante (3h Fahrt) – Zwischenstopp Toadstool Hoodoos
Tag 13: Slot CanyonsZebra Slot, Peek-a-boo, Spooky Gulch (ca. 3h Fahrt)
Tag 14: Coyote GulchTageswanderung, Rückfahrt nach Escalante (ca. 3h Fahrt)
Tag 15-16: Bryce CanyonWanderungen (1h Fahrt)
Tag 17: Red Canyon –  Wanderung, Weiterfahrt St. George (ca. 2:30h Fahrt)
Tag 18: St. George – Snow Canyon State Park Wanderung, Autorückgabe
Tag 19: St GeorgeDixie Rock & Red Cliffs

Ohne Auto (Shuttles & Greyhound Bus):

Tag 20-22: Zion NationalparkTageswanderungen
Tag 23-27: Trans ZionTrekking
Tag 28-29: Las Vegas –  Trekking-Einkaufsodyssee 😉

Reisezeitraum: Mitte Mai bis Mitte Juni

Sehenswertes, zu dem meine Zeit nicht mehr reichte

  • Coyote Buttes South & White Pocket
    Zu gerne hätte ich die Coyote Buttes South mit den tollen Sandsteinformationen besucht und im Nachhinein bin ich darüber auch am meisten traurig, dass ich nicht dort war. Die Permits für dieses Gebiet sind rar und ich habe mich viel zu spät informiert, es war dann nichts mehr frei.
  • Die unbekannteren Wanderungen im Grand Staircase Escalante National Monument (GSENM)
    Das GSENM ist quasi ein riesiges Entdeckerland mit unzähligen Möglichkeiten zum Wandern oder zum Canyoneering. Da ich alleine und unerfahren bzgl Wüsten- & Canyonhikes war, habe ich mich an die bekanntesten Hikes gehalten. Es hätte mich aber wirklich gereizt, die etwas abseits gelegenen, schwer zugänglichen Regionen & Canyons zu erkunden. Für die meisten braucht man allerdings einen Allradwagen.
  • Capitol Reef National Park
    Wenig bekannt und oft links liegen gelassen liegt der Capitol Reef NP nördlich von Escalante und eigentlich genau auf dem Weg zwischen Bryce und Arches. Ich habe unterwegs einen erfahrenen Outdoorer kennengelernt, der meinte im Capitol Reef NP gäbe es die schönsten Canyonhikes. Da ich vor meinem Urlaub keine rechte vorstellung von Canyonhikes hatte und mich nur sehr wenig zum CR NP informiert hatte, hatte ich ihn leider gar nicht auf dem Schirm – jetzt würde ich aber auf jeden Fall dort vorbei schauen und ein paar Wanderungen planen.
  • Goosenecks State Park
    (Irre Fotolocation! Hab ich leider erst nach meinem Trip entdeckt)
  • Paria Canyon Area
    Paria Rimrocks, Paria Movie Set, Wanderung Edmaiers Secret (12 km),
  • Canyonlands & Arches National Park
  • Antelope Canyon
  • Cedar Breaks National Monument
  • Coral Pink Sand Dunes State Park
  • Red Hill Desert Garden (bei St. George)
  • Lake Powell
  • Lees Ferry & Marble Canyon

Linksammlung für Wanderungen & Backpacking Touren im Südwesten der USA

Girl on a Hike – sehr viele Wanderungen, die meisten sogar mit Hund (englisch)

Secrets of the West – Ich glaube, auf dieser Seite ist so ziemlich jeder Ort im Westen der USA beschrieben… (deutsch)

The American Southwest – Eine Liste der Slot Canyons des Südwesten (englisch)

Paria Outpost – Keine Infowebsite sondern ein Touranbieter, falls man kein eigenes Auto oder keinen Allradwagen hat. (Ich bin mit ihnen zum Trailhead der Buckskin Gulch Wanderung gefahren, sie sind ausgesprochen nett. Außerdem kann man sich auch ein bisschen Inspiration von den angebotenen Touren holen 😉 )

Generelle Tipps

Will man den Südwesten der USA besuchen, sollte man die Campgrounds in den National Parks sehr zeitig buchen. Die NP’s sind generell überlaufen und beliebt, die Campingplätze oft kurz nach Freischaltung ausgebucht.

Die Strecken sollten nicht unterschätzt werden, die Entfernungen sind sehr groß und zumindest ich konnte mir das im Vorhinein gar nicht so richtig vorstellen – diese endlose Weite. Generell braucht man immer länger als man denkt und man will ja neben der Fahrerei auch noch Zeit haben, etwas anzuschauen.

Keine Campingplätze? Kein Problem!

Perfect Morning

Hast du schon vom „Bureau of Land Management“ (BLM) gehört? Das BLM ist eine ziemlich geniale Sache, denn auf BLM Land darf man kostenlos zelten, solange man nach ein paar Tagen den Platz wechselt. Damit soll verhindert werden, dass durch dauerhaftes Campen Natur und Boden geschädigt wird. Sehr viel im Westen der USA (und soweit ich weiß der Großteil Utahs) ist BLM Land. Ein paar Regeln gibt es allerdings:

  • Leave no Trace: Am nächsten Tag darf niemand sehen, dass hier mal gezeltet wurde.
  • Verbotsschilder nie ignorieren.
  • Manche Pflanzen oder Böden sind sehr empfindlich und müssen extra geschützt werden. Entsprechende Hinweisschilder auf alle Fälle beachten und dort nicht campen.
  • Nie mit dem Auto von Pisten oder Straßen fahren, denn damit schädigt man die Natur und Pflanzen immens.
  • Kein Lagerfeuer in gefährdeten Gebieten (Risk of Wildfires)

Hier gibt es noch eine englischsprachige Seite über das Zelten auf BLM Geländer, die das ganze Thema sehr ausführlich behandelt: The ultimate Guide to free Camping on BLM Land & National Forests

Ich habe das „free camping everywhere“ leider nur ein mal genutzt, da es mir als alleinreisende Frau etwas zu wagemutig war. Außerdem braucht man für einige Campgrounds einen Allradwagen und ich hatte nur einen normalen 2wd Mittelklassewagen. Mit einem Reisepartner hätte ich allerdings wohl keine Nacht auf herkömmlichen Campgrounds verbracht. 😉

Beste Reisezeit fürs Wandern

Roadsign

Wenn man in Arizona und Utah wandern will, sollte man die Monate Mitte Juni bis Ende August meiden. Es wird einfach zu heiß und im Hochsommer gibt es oft monsunartige Regenfälle, die die Canyons und Dust Roads überschwemmen. Allerdings liegt das Land teilweise auch ziemlich hoch (z.B. Grand Canyon Rim 2000m, Bryce Canyon NP bis 2700m), wodurch es lange kalt bleibt. Die beste schneefreie Reisezeit ist somit je nach Gegend Mitte April-Mitte Juni und September-Oktober. Im Winter ist die Gegend auch toll zu bereisen, dann sollte man sich aber auf Schnee gefasst machen und die Grödel nicht im Gepäck vergessen.

Arizona & Utah mit Öffentlichen Verkehrsmitteln

Ja, es ist möglich – das Reisen in den USA nur mit Öffis. Allerdings ist alles ein bisschen anstrengender und vor allem weiter als wir es gewöhnt sind. Und überall kommt man leider nicht hin.

Allerdings gibt es Shuttles z.B. für den Grand Canyon und den Zion National Park. Man kann nicht nur von den nächstgrößeren Städten zu den NP’s hinfahren, sondern auch in den NP’s rumfahren, z.B. von der South Rim zur North Rim im Grand Canyon oder zu den ganzen Trailheads im Zion National Park. Im Zion sind die Shuttles auch gar nicht so teuer…

Hier ein paar Links:

Greyhound Bus (USA weite Fernbusse)
Amtrak (Zug, allerdings ziemlich teuer und nur zwischen großen Städten)

Grand Canyon:
Arizona Shuttle (Flagstaff – Grand Canyon)
Flagstaff Shuttle (Flagstaff – Grand Canyon)
grandcanyonshuttles (Flagstaff/Las Vegas/Phoenix – Grand Canyon, Rim-to-Rim)

Zion Nationalpark:
St George Shuttle (viele Destinations wie z.B. Las Vegas, St. George, Salt Lake City, Idaho sowie Shuttles zum Zion NP)
Zion Adventures (Zion Main Entrance zu verschiedenen Trailheads)

Meine Highlights

Buckskin Gulch

Es ist nicht einfach, das Beste an einer langen Reise zu nennen, doch müsste ich mich entscheiden würde ich die Wanderung durch den längsten Slot Canyon der Welt wählen. Es war einfach wunderschön und gleichzeitig auch das aufregendste, was ich je gemacht habe. Da ich davor noch nie in einem Slot Canyon war spielt sicher auch der „Überraschungsmoment“ in meine Begeisterung mit rein.

Bucksking Gulch ist wie gesagt ein Slot Canyon, der nach ca. 20 km in den Paria River „fließt“ (sagt man das so bei Canyons?) und später im Colorado River mündet. Man kann den Canyon entweder als Tagestour oder Trekkingtour von 2-5 Tagen erkunden. Bei einer Tagestour muss man natürlich rein & wieder raus laufen, da es nur eine Richtung gibt. Theoretisch ist zwar ein „Middle Exit“ vorhanden, allerdings hätte ich mich da echt nur hochgetraut, wenn ich eine Flash Flood im Nacken gehabt hätte… 😉 Dieser Exit fällt eher unter die Kategorie „rauskletterbar“.

Zwischendrin lauern Hindernisse in Form von kleinen und großen Felsen, aufgetürmte Felsbrocken über die man klettern muss und sogenannte „Pools“ – Becken mit schlammigen und stinkenden Wasser, das einem je nach aktueller Lage bis zu den Knien oder bis zum Hals geht. Bei mir war der tiefste Pool dank Hochdrücktechnik mit den Trekkingstöcken „nur“ Bauchnabeltief (ich bin 1,70m groß).

Wenn man sich nicht grade mit einem dieser Querulanten herumschlagen muss, ist es einfach nur wunderschön und faszinierend.

-> Hier gehts zum Beitrag zu Buckskin Gulch

Grand Canyon

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir nicht zu viel vom Grand Canyon erwartet habe – Menschenmassen, völlig überlaufen, schrecklich, langweilig, überbewertet – was hab ich nicht alles davor gehört und gelesen. Als ich dann selbst bei Sonnenuntergang an der Rim stand und sich dieses gewaltige Nichts vor einem aufgetan hat, war ich dann völlig geflasht. Man kann nur erahnen, wie sich die ersten Siedler gefühlt haben, als sie auf ihrem Weg durch die Landschaft plötzlich vor diesem Ungetüm an Canyon standen.

Ja, es ist wirklich viel los, aber wenn man an den Aussichtsplattformen ein bisschen weg geht oder nicht an den drei Hauptpunkten aussteigt, dann ist man plötzlich fast alleine.

Die Trekkingtour zum Colorado River fand ich auch sehr schön und für mich als Alleinreisende und Wüstenneuling war es eigentlich ganz gut, dass noch einige andere Leute unterwegs waren.

-> Hier gehts zur Trekking Tour am Grand Canyon

Escalante

Zum einen fand ich den Ort (und den Campingplatz in) Escalante echt ganz nett und zum anderen ist das Grand Staircase Escalante National Monument, welches drum herum liegt, ein Wunderland an Sandstein-Canyon-Formationen. Ich war nur zwei Tage dort und habe die bekanntesten Hikes dort gemacht, aber ich hätte gerne mehr gesehen.

-> Hier gehts zu den Slot Canyons in Escalante

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